Torschreiber am Pariser Platz

Ein Stipendium für Schriftsteller*innen im Exil der Allianz Kulturstiftung und der Stiftung Brandenburger Tor

Die Stiftung Brandenburger Tor und die Allianz Kulturstiftung vergeben 2019 ihr gemeinsames Stipendium Torschreiber am Pariser Platz an den jemenitischen Autor Galal Alahmadi. Der 1987 in Saudi-Arabien geborene Schriftsteller lebt seit März 2016 mit seiner Familie im Exil in Deutschland. Galal Alahmadi wird 2019 mit insgesamt 12.000 Euro unterstützt und erhält zudem für zwei Monate einen Aufenthalt im Literarischen Colloquium Berlin (LCB). Im Rahmen des Stipendiums arbeitet Galal Alahmadi an seinem ersten Roman: „Das von mir geplante Werk ist kein Buch über die Finsternis, sondern über das Leben in ihr. Für mich ist die Finsternis keine Zeit oder Farbe, sondern ein Ort, der sich in der Zeit erstreckt, als wäre er aus Fleisch und Blut.“

Torschreiber Galal Alahmadi © Mathias Bothor / SECESSION VERLAG

Torschreiber Galal Alahmadi © Mathias Bothor / SECESSION VERLAG

Galal Alahmadi ist nach der syrischen Autorin Rasha Habbal, die 2018 erstmals das Stipendium für Schriftsteller*innen im Exil erhielt, der zweite Torschreiber am Pariser Platz. Galal Alahmadi arbeitete als Journalist und Redakteur für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine. Heute ist er vor allem als Schriftsteller tätig und veröffentlichte bisher vier Gedichtbände auf Arabisch. Bis 2016 war er Literaturstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und erhielt im August 2017 den renommierten Mohammed-Afifi-Matar-Preis in Kairo.

Torschreiber am Pariser Platz: Ein Zeichen für Freiheit und Sicherheit

Das Stipendium Torschreiber am Pariser Platz, das die Allianz Kulturstiftung und die Stiftung Brandenburger Tor in Verbindung mit dem Literarischen Colloquium vergeben, fördert Schriftsteller*innen, die im Exil in Deutschland leben, weil sie in ihren Heimatländern bedroht oder verfolgt wurden. Die drei Kooperationspartner wollen mit diesem Programm auch an das Schicksal der verfolgten deutschen Autor*innen in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern, die in anderen Ländern Zuflucht fanden. Ihr Schicksal und Werk sind nicht vergessen. Heute soll Berlin ein Ort der Zuflucht und Sicherheit für bedrohte und verfolgte Schriftsteller*innen sein. Hierfür setzt das Stipendium Torschreiber am Pariser Platz ein Zeichen.

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des Stipendiums. Ihr gehören Prof. Dr. Christina Weiss (Allianz Kulturstiftung), Christine Thalmann (RBB), Thomas Geiger (LCB) und als Vorsitzender Dr. Thomas Sparr (Stiftung Brandenburger Tor) an.

Die Torschreiberin 2018: Rasha Habbal

Torschreiberin Rasha Habbal © Tobias Bohm

Torschreiberin Rasha Habbal © Tobias Bohm

Die Syrerin Rasha Habbal erhielt als Erste das Stipendium Torschreiber am Pariser Platz. Rasha Habbal wurde 1982 in Hama, Syrien geboren und lebt seit 2015 in Trier. Sie schreibt auf Arabisch und ist vor allem als Lyrikerin bekannt. Erschienen ist von ihr, unter anderem 2014, ein Gedichtband auf Arabisch mit dem Titel Wenig von dir… Viel vom Salz. Ihr Text Ohne Worte – Mit anderen Worten erschien 2017 in dem vom Frauenkulturbüro NRW e.V. herausgegebenen Band. Derzeit arbeitet sie an einem nach Ansicht der Jury vielversprechenden Roman über die Lebensbedingungen im Exil in Deutschland.

 

Hier sind Gedichte von Rasha Habbal zu finden, die während des Stipendiums entstanden sind.

Projektbeschreibung

Das Stipendium Torschreiber am Pariser Platz, das die Allianz Kulturstiftung und die Stiftung Brandenburger Tor in Verbindung mit dem Literarischen Colloquium vergeben, legt den Fokus auf Schriftsteller*innen im Exil. Mit der Förderung wird einer Autorin oder einem Autor ermöglicht, für sechs Monate in Berlin an einem eigenen, literarischen Projekt zu arbeiten. Mit dem Torschreiber am Pariser Platz in Sichtweite des Brandenburger Tors soll diese Förderung ein Zeichen für Freiheit und Sicherheit setzen.

Die drei Kooperationspartner – Allianz Kulturstiftung, Stiftung Brandenburger Tor und das Literarische Colloquium – wollen mit diesem Programm auch an das Schicksal der verfolgten deutschen Schriftsteller in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern, die in anderen Ländern Zuflucht fanden. Ihr Schicksal und Werk sind nicht vergessen.

Heute soll Berlin ein Ort der Zuflucht und Sicherheit für bedrohte und verfolgte Schriftsteller sein. Dafür möchten wir ein Zeichen setzen.

Ansprechpartnerin

Caroline Armand
Leiterin des Programms Literatur

In Zusammenarbeit mit

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