im Atelier Liebermann: Nanne Meyer

23. August-03. Oktober 2018

In Erinnerung an das Dachatelier Max Liebermanns zeigt die Stiftung Brandenburger Tor zweimal jährlich zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen in der Reihe im Atelier Liebermann. Der Fokus liegt auf dem künstlerischen Entstehungsprozess: Wie sieht die Arbeit im Atelier aus und was inspiriert das künstlerische Schaffen? Mit diesem „Blick“ in das jeweilige Atelier knüpft die Ausstellungsreihe an den genius loci an. Als zweite Künstlerin der 2017 gestarteten Reihe stellt die Zeichnerin Nanne Meyer ab August 2018 unter dem Titel von wegen ihre Arbeiten aus.

Es sind ganz besonders die über Jahrzehnte entstandenen Jahrbücher Nanne Meyers, die den BesucherInnen eine Ahnung vom Inspirations- und Gedankenkosmos der Künstlerin vermitteln. Auf inzwischen 28 Exemplare angewachsen, füllt Nanne Meyer Blindbände von Verlagen mit „Beobachtungen, Aufzeichnungen, Fotos, Texten, Erinnerungen, Papierschnipseln, einem Bewegungsimpuls, Gesprächsfetzen, Worten, dem Beginn einer Linie.“

Die Fragen nach dem „wo bin ich“ und dem kindlichen Staunen darüber beschreiben für die Künstlerin wesentliche Grundimpulse ihrer künstlerischen Arbeit. Neben den Papierperspektiven, die den Blick aus dem Flugzeug zeichnerisch fassen, zeigen die Kartenarbeiten Meyers ihre Auseinandersetzung mit der kartografierten Welt. Erzeugt bei den Papierperspektiven die zeichnerische Spur ein Neben- und Übereinander von Raum- und Zeitperspektiven, so werden bei den Kartenarbeiten Landkarten, Atlasseiten und Stadtpläne als zeichnerisches Material verwendet. Im dritten Teil der Ausstellung werden die Wort-Zeichnungen präsentiert. Insgesamt ca. 150 Zeichnungen widmen sich dem Thema der unscheinbaren und vermeintlich überflüssigen Worte, denen als Füll- und Nebenwörter in der deutschen Sprache kaum Beachtung geschenkt wird. Gleichwohl sind es jene, die Stimmung und Kolorit der Sprache bestimmen – ganz „absolut“, „zwangsläufig“ und „zweifelllos“.

Konsequent widmet sich Nanne Meyer seit den siebziger Jahren ausschließlich der Zeichnung. 2014 erhielt sie für ihr zeichnerisches Werk den renommierten Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin.

© Nanne Meyer

Projektbeschreibung

Im wieder aufgebauten Max Liebermann Haus erinnert die Ausstellungsreihe im Atelier Liebermann an das berühmte Dachatelier Max Liebermanns. Zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen erlauben zwei Mal pro Jahr einen Blick in das ansonsten für das breite Publikum verschlossene Atelier und rücken damit den künstlerischen Entstehungsprozess in den Mittelpunkt. 2017 wurden Daniel Richter/Jack Bilbo und Wolfang Petrick gezeigt. Im Frühjahr 2018 folgte Leiko Ikemura, im Herbst 2018 Nanne Meyer. Die Reihe wird vom Beirat Prof. Dr. Wulf Herzogenrath betreut. Die einzelnen Ausstellungen kuratieren die Künstler gemeinsam mit dem Ausstellungsteam der Stiftung.

Lange Nacht der Museen
Sa, 25. August
18:00 – 01:00 Uhr

ART BREAK
Do, 13:00-13:15 Uhr
30.8., 6.9., 13.9., 27.9.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Brandenburger Tor stellen in einer kurzen Kunstpause ihr Lieblingswerk der Ausstellung vor.

Öffentliche Führungen
So, 15:00 Uhr
26.8., 2.9., 9.9., 16.9., 23.9., 30.9.

Ansprechpartnerinnen
Dr. Barbara Nierhoff-Wielk

Dr. Evelyn Wöldicke