„Wenn’se nach Berlin reinkommen, gleich links“ – so beschrieb Max Liebermann Gästen den Weg zu seinem Wohnhaus am Pariser Platz. Im zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde das Max Liebermann Haus in den 1990ern wieder aufgebaut und ist heute Sitz der Stiftung Brandenburger Tor. Mit ihrer Dokumentation Liebermanns Welt erinnert die Stiftung Brandenburger Tor nun an das bewegte Leben von Max Liebermann (1847-1935) und seiner Familie.

Zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn verfemt als „Maler des Häßlichen“ und „Armeleutemaler“, entwickelte sich Max Liebermann um 1900 zum erfolgreichsten Vertreter und Unterstützer moderner Kunst in Deutschland. Gründungsmitglied der Berliner Secession, Präsident der Berliner Akademie der Künste, Porträtist der bürgerlichen Elite des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik ­– die Dokumentation Liebermanns Welt blickt auf die Höhepunkte im Leben Max Liebermanns zurück. Ebenso erinnert die Stiftung Brandenburger Tor an das tragische Schicksal der Familie Liebermann nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Die Dokumentation wird fortlaufend aktualisiert. Ab April 2026 wird sie um neue Kapitel zu Martha Liebermann erweitert und rückt damit eine bislang wenig beachtete Protagonistin der Familien- und Zeitgeschichte in den Fokus. Die Erweiterung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Künstlerin Josefine Reisch. Weitere spannende Ergänzungen während der Laufzeit verbinden historische Dokumentation und Gegenwart, darunter eine Hörstation, die Max Liebermann auch audiovisuell erfahrbar macht.

Virtual-Reality-Erlebnis: Bei Liebermanns

Das Virtual-Reality-Erlebnis Bei Liebermanns rekonstruiert das im zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte Wohnhaus und Atelier des Künstlers. In einer faszinierenden Zeitreise per VR-Brille haben Besucher*innen die einzigartige Möglichkeit, durch Musikzimmer, Speisezimmer, Arbeitszimmer sowie Max Liebermanns berühmtes Glasatelier auf dem Dach des Hauses zu schreiten.

Der virtuelle Rundgang macht darüber hinaus Werke von Max Liebermann, aber auch seine eindrucksvolle Kunstsammlung digital erlebbar, die im Zweiten Weltkrieg teilweise verloren ging oder über die ganze Welt verstreut wurde – von Édouard Manet bis hin zu Renoir, Monet, Degas, Cezanne und anderen.